Marketing

Was kostet das Verkaufen auf Amazon? (2018 Edition)

Das braucht ihr an Zeit und Geld, um ein Amazon-Business aufzubauen

Das E-Commerce-Business boomt und jeder will daran teilhaben. Und der Markteintritt bei Amazon ist angeblich einfach. Man registriert sich ganz unkompliziert und beginnt mit dem Verkauf des Produkts…. oder?

Leider geht es dann doch nicht ganz so leicht, oder billig. Der Aufbau eines erfolgreichen Amazon-Unternehmens ist mit erheblichen Zeit- und Finanzinvestitionen verbunden, über die ihr euch im Klaren sein müsst. Aber wenn ihr diese meistert, bietet Amazon nach wie vor die Möglichkeit zum Aufbau eines lukrativen Unternehmens. 

1. Die Voraussetzungen für die Kalkulation eurer Kosten zum Verkauf auf Amazon

Beginnen wir mit einem Disclaimer: Es ist unmöglich, eine Einheitsgröße für alle Kalkulationen der Kosten bei Amazon anzubieten. Dafür sind die Einflussfaktoren zu vielzählig und unterschiedlich.

Was wir stattdessen in diesem Artikel anbieten können ist ein Überblick über alle notwendigen Informationen zu möglichen Kosten, die ihr in euren Businessplan aufnehmen und als Grundlage für die Preiskalkulation eurer Produkte verwenden könnt. Damit ihr am Ende mit einer profitablen Produktidee dasteht. 

Außerdem gilt es zu beachten, dass viele der angesprochenen Investitionen Durchschnittswerte und Schätzungen sind. Um die letztendlichen Kosten für den Verkauf bei Amazon wirklich zu verstehen, müsst ihr eure eigenen Zahlen in die von uns bereitgestellten Gleichungen einfügen.

Warum die Kosten von Fall zu Fall unterschiedlich sind

Es gibt ein paar Dinge, die für jeden Seller unterschiedlich sein werden. Deshalb ist es auch unmöglich, euch eine genaue Zahl für die Kosten des Verkaufs bei Amazon zu nennen. Die wichtigsten Parameter, die sich auf Ihre Kosten auswirken, sind:

  • Euer Standort (in diesem Beitrag gehen wir primär auf den US-Amerikanischen Markt ein)
  • Eure Produktionskosten
  • Eure Wareneinstandspreise (dazu gehören Produktion, Verpackung, Versand an Amazon).
  • Die Größe eures Produktes
  • Das Gewicht eures Produktes
  • Die Produktkategorie, zu der euer Produkt zählt
  • Die Anfangsstückzahl (Bestand)
  • Ob ihr ein Tool zur Unterstützung einsetzt
  • Ob ihr eine Marke angemeldet habt
  • Euer Werbebudget

Neben den monetären Kosten spielt auch der Zeitaufwand eine Rolle. Um euch eine Vorstellung darüber zu geben, stellen wir am Ende des Beitrags drei Szenarien zur Verfügung und berechnen die finanziellen Kosten und den Zeitaufwand für jedes Szenario.

2. Erste Schritte als Amazon-Seller

€€€ Zeit
Tool für die Produktrecherche Produktrecherche durchführen
Amazon Seller-Konto Anmeldung durchführen
Amazon Gebühren Gewinnkalkulationen
FBM vs FBA  

2.1 Produktforschung: Produkte finden, die sich verkaufen

Bevor ihr mit der Anmeldung als Amazon-Seller beginnt, solltet ihr euch eingehend Gedanken zu eurem Produktangebot machen. Nicht nur, damit ihr dann wisst, welche Informationen ihr ins Produktlisting schreibt. Sondern auch, um eine starke Grundlage für euer Geschäftsmodell zu bieten und eure Profitabilität zu prognostizieren. 

Das richtige Produkt ist der Make-it-or-Break-it-Faktor eines erfolgreichen Amazon-Unternehmens. Deshalb solltet ihr euch von Anfang an stark aufstellen, indem ihr eine eingehende Produktrecherche durchführt.

Die Ultra-Budget-Methode der Produktfindung bei Amazon

Wenn das Geld gerade nicht so locker sitzt, ihr dafür aber einiges an freier Zeit investieren könnt, könnt ihr die Produktrecherche auf Amazon auf die gute alte Art durchführen. Diese beinhaltet eine manuelle Recherche nach Preisen, Anzahl der Verkäufer, Ranking und Kategorien für jede ASIN (einzigartige Produktnummer). Ausgestattet mit einer Tabellenkalkulation und diesen Daten könnt ihr einige Schätzungen über die Rentabilität von Produkten und Nischen vornehmen.

Der schnelle (und sichere) Weg zur Produktfindung bei Amazon

Wenige unter uns haben wirklich die Zeit, die Amazon-Suchergebnisse stundenlang nach Nischen zu durchsuchen. Und die wenigsten von uns wollen eine wichtige Geschäftsentscheidung auf Schätzungen und Bauchgefühl stützen. Deshalb nutzen die meisten Verkäufer ein Produktrecherche-Tool, um Top-Seller bei Amazon zu finden. Ein solches Tool ermöglicht es euch, Produkte und Kategorien nach Filtern wie Umsatz, Gewicht, Ranking und Anzahl der Bewertungen zu durchsuchen. Und oft findet man Produkte, die sich innerhalb kürzester Zeit verkaufen.

Wir werden die Kosten für die Beschaffung von Produkten etwas später in diesem Artikel erläutern.

2.2 Bei Amazon anmelden 

Sobald ihr euch darüber im Klaren seid, was ihr verkaufen wollt, geht es mit der Anmeldung auf Amazon weiter. Wenn ihr euch als Seller anmeldet, bietet Amazon euch zwei Optionen: das Basiskonto und das Professionelle Seller-Konto. 

Amazon Account Basiskonto Professionelles Seller-Konto
Preis 0,99 € (pro Artikel) + prozentuale Verkaufsgebühren 39€ / Monat
Volumen Weniger als 40 verkaufte Artikel pro Monat Unlimitiert
Listing-Uploads Manueller Upload in Seller Central Massenupload möglich
Bestandsmanagement Keine Tools zur Verfügung Tools zum Bestandsmanagement stehen in Seller Central zur Verfügung und lassen sich an E-Commerce-Plattformen anschließen, Möglichkeit zur Nutzung von FBA
Verfügbare Kategorien Limitierte Verfügbarkeit (ohne Automobil- und Leistungssport, Geschäftsprodukte, Sammlermünzen, Schmuck, Kunsthandwerk, Lebensmittel und Gourmetküche, professionelle Dienstleistungen, Sportartikel, Video, DVD und Blu Ray, Uhren) Alle
Geschenkverpackung Nein Ja

2.3 Amazon-Gebühren berechnen

Zusätzlich zur Zahlung eurer monatlichen Gebühren als Amazon-Seller berechnet die Plattform eine Vielzahl an weiteren Gebühren.

2.3.1 Prozentuale Verkaufsgebühren

Die prozentuale Verkaufsgebühr wird auf jedes aktive Listing erhoben und hängt von der Produktkategorie ab. Die Gebühr beträgt zwischen 6 und 45% des Verkaufspreises und liegt durchschnittlich bei etwa 15%. Die Mindesthöhe der Gebühr liegt bei 1-2€, je nach Produktkategorie. 

Wenn ihr Medienprodukte (wie Bücher, DVDs, Musik, Videogames etc.) verkauft, berechnet Amazon zudem eine Abschlussgebühr. Diese beträgt 1,01€ für Bücher, 0,81€ für Musik, 0,81€ für DVDs und Videos und 0,81€ für Videospiele und Software.

Die prozentualen Verkaufsgebühren nach Kategorie findet ihr hier. 

2.3.2 Bestellungsabwicklung: FBM vs. FBA

Wenn es um die Abwicklung der Aufträge geht, könnt ihr euch zwischen Fulfillment by Merchant (FBM) und Fulfillment by Amazon (FBA) entscheiden.  

Wenn ihr eure Bestellungen selbst verschickt, kostet das nichts zusätzlich. Ihr zahlt nur die normalen Verpackungskosten, Versandkosten und den Kundenservice.

Wenn ihr euch für FBA entscheidet, einer Option, die Amazon durch bessere Chancen auf die Buy Box und andere Vorteile belohnt, kommen folgende Gebühren hinzu: 

  • Pick & Pack: Verpacken im Lager
  • Gebühren nach Gewicht: Versandkosten abhängig vom Gewicht
  • Monatliche Lagerung: Abrechnung pro Kubikmeter mit Zuschlägen für Langzeitlagerungen
  • Ungeplante Servicegebühr wird berechnet, wenn eure Produktverpackung nicht den Amazon-Standards entsprechen.
  • Retouren-Gebühr: anwendbar auf Bekleidung, Uhren, Schmuck, Schuhe, Handtaschen, Sonnenbrillen und Gepäck, entspricht der Erfüllungsgebühr für eine einzelne Einheit.
  • Auslagerungsgebühr: Auslagerung von Artikeln aus dem Lager durch Rückgabe, Entsorgung oder Liquidation

Hier findet ihr alle FBA-Gebühren.

3. Einrichten des Backends eures Amazon-Kontos

€€€ Zeit
Produktmuster Lieferantenrecherche
Bestand Auf Musterlieferungen warten
UPC-Barcode Barcode-Registrierung
Markenregistrierung Brand Registry
Markenbildung Markenbildung (Design von Logo, Verpackungen etc.)

3.1 Produktbeschaffung

Alibaba ist wahrscheinlich die beste Plattform für die Wahl eines Lieferanten. Allerdings ist ein wenig Zeit zum Ausprobieren notwendig, um den richtigen Partner zu finden. Achtet beim Testen auf Kosten, Kommunikation und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und dem Aufbau einer guten Geschäftsbeziehung.  

3.2 Bemusterung und Produktion

Um sich für den richtigen Lieferanten zu entscheiden, sind Muster und Produktbeispiele elementar wichtig. Sie helfen nicht nur bei der Evaluierung der Geschäftsbeziehung und Kommunikation, sondern geben euch auch einen guten Eindruck zur Produktqualität. Sobald ihr eure Produktrecherche durchgeführt habt, könnt ihr die drei besten Lieferanten ermitteln und bei jedem von ihnen ein Produktmuster bestellen. So wird sich zeigen, wer den besten Preis, Service und die beste Qualität zu bieten hat.

Normalerweise sind 100€ ein angemessener Betrag für ein Muster. Der Preis umfasst ein einzelnes Produkt, das 5€ in der Herstellung kosten würde, Materialien, Produktionskosten und der Versand bis vor eure Haustür.

3.3 Aufbau von Lagerbeständen 

Sobald ihr den richtigen Lieferanten gefunden habt, könnt ihr anfangen, euren Lagerbestand aufzubauen. Die Lagerhaltungskosten hängen davon ab, wie viel euer Produkt kostet und mit wievielen Einheiten ihr beginnen möchtet. Manchmal verlangen Lieferanten einen Mindestbestellwert und es lohnt sich, diesen vorab zu klären – wir empfehlen, mit 200-300 Einheiten zu beginnen.

3.4 Erhalt der Barcodes

Jedes Produkt, das ihr auf Amazon verkauft, muss durch zwei Barcodes gekennzeichnet sein: den UPC-Code und das FNSKU-Label.

3.4.1 Der UPC-Code

Jedes Produkt, das irgendwo verkauft wird – online oder offline – muss einen UPC-Code haben. Gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Amazon muss jeder Verkäufer den Industriestandard einhalten, was bedeutet, dass ihr eure Produkte bei der GS1 US registrieren müsst. Nach der Registrierung erhaltet ihr eine eindeutige Firmenidentifikationsnummer, das GS1 Firmenpräfix. Zusammen mit einer eindeutigen Nummer, die jedem eurer Produkte zugeordnet ist, erstellt euer UPC-Barcode dann eine GTIN (Global Trade Item Number), die euer Unternehmen und euer Produkt eindeutig identifizierbar macht.

Der offizielle GS1 UPC-Service kostet ca. 250€ für zehn Barcodes und erfordert eine jährliche Verlängerungsgebühr von 50€. Da es keine strenge Durchsetzung der Verwendung von GS1 gibt, entscheiden sich viele Verkäufer für billigere Alternativen und zahlen nur 15€ für 10 Barcodes. Da Amazon jedoch in Zukunft gegen dieses Problem vorgehen könnte (und um generell auf der sicheren Seite zu sein), empfehlen wir dringend, sich bei der GS1 zu registrieren.

3.4.2 Das FNSKU-Label

Das FNSKU-Label ist Amazon-spezifisch und hilft der Plattform, Produkte zu Verkäufern zuzuordnen. Dieses Label ist notwendig, damit ihr nach dem Verkauf eines Produkts auch eure Gutschrift von Amazon erhaltet.

Ihr könnt das FNSKU-Label für jedes eurer Produkte über die Registerkarte Bestandsverwaltung in eurem Amazon Seller Central-Konto bekommen. Das Herunterladen der Etiketten ist kostenlos, aber ihr müsst sie auf jedem einzelnen Produkt anbringen.

Hier habt ihr die Möglichkeit, den Code entweder an euren Zulieferer  zu senden und von ihm auf das Produkt kleben zu lassen (oft ist dies im Produktionsservice enthalten), es selbst zu tun, oder Amazon mit der Aufgabe zu beauftragen, wofür eine Gebühr von 0,20€ pro Artikel anfällt.

3.5 Markenentwicklung und Markenzeichen

3.5.1 Markenzeichen und Brand Registry bei Amazon

Als Eigenmarkenverkäufer ist es sinnvoll, eine geschützte Marke anzumelden und die Marke bei der Brand Registry zu registrieren. Dies hilft euch nicht nur beim Schutz eurer Produkte, sondern eröffnet auch zusätzliche Vorteile wie die Bearbeitung von Produktlistings.

Um die Vorteile der Amazon Brand Registry nutzen zu können, benötigt ihr folgendes:

  • Eine aktive registrierte Marke
  • Ein Logo
  • Verpackungs- und Produktfotos, die die geschützte Marke zeigen.
  • Eine Webseite
  • Eine offizielle E-Mail-Adresse

Das Eintragungsverfahren zur Markenanmeldung dauert in der Regel sieben bis acht Monate und kostet euch ca. 300€. Wenn ihr nicht so lange warten wollt, könnt Sie sofort mit dem Verkauf beginnen euch bei der Brand Registry anmelden, sobald ihr das Produkt validiert habt und wisst, dass es sich verkaufen wird. Denkt auch daran, zuerst durch die Markendatenbanken zu schauen, um sicherzustellen, dass ihr euch nicht für eine bereits registrierte Marke entscheidet.

3.5.2 Markenbildung / Branding

Um eure Marke bei Amazon anzumelden, braucht ihr eine Markenidentität, inklusive Logo, Verpackungsdesign und Webseite. 

Wenn ihr gerade erst anfangt und euer Produkt zunächst einfach nur testen wollt, bedeutet das eine Menge Zeit und Aufwand. Daher empfehlen wir euch, erstmal einfach mit dem Verkauf zu beginnen und euch der Nachfrage zu vergewissern, bevor ihr in die Marke und die Markenbildung investiert. Wenn die Nachfrage stimmt und euer Produkt sich solide verkauft, könnt ihr euch immer noch um Logo und Design kümmern.

Die Low-Budget-Option bedeutet auch, dass ihr alles selbst macht und kostenlose Tools wie Canva nutzt, um eure Designs zu erstellen. Wenn ihr ein Gespür für Design habt, ist dies definitiv eine praktikable Option.

Wenn ihr zwar eine genaue Vorstellung davon habt, wie eure Marke aussehen soll, sie aber nicht selbst designen könnt, findet ihr Freelance Designer auf Plattformen wie Fiverr, Upwork und Freeup. Es gibt Designer, die ihre Dienste hier schon für 5€ pro Logo anbieten. Um aber ein wirklich gutes Logo designen zu lassen, solltet ihr mit ca. 200€ oder mehr rechnen. 

4. Beginnt mit dem Verkauf auf Amazon

€€€ Zeit
Keyword Research-Tool Keyword-Research
Produktbilder Listing-Optimierung
Werbeaktionen and Marketing Fotografie
Versandkosten Verpacken und Versand
  Aufsetzen von Marketingkampagnen

4.1 Die Beziehung zwischen Umsatz und Ranking

Es gibt eine Sache, die Amazon am Herzen liegt: mehr Umsatz. Deshalb ordnet der Amazon A9-Algorithmus die Suchergebnisse nach der Kaufwahrscheinlichkeit. Es gibt zwei Faktoren, die ihr berücksichtigen müsst:

  1. Performance: Produkte, die sich in der Vergangenheit gut verkauft haben, verkaufen sich wahrscheinlich wieder und bekommen daher ein besseres Ranking.
  2. Relevanz: Ergibt sich daraus, wie gut das Produktlisting zur Sucheingabe des Nutzers passt. 

Absatz und Ranking bedingen sich somit gegenseitig. Je mehr Umsatz ihr erzielt, desto besser werden die Produkte gerankt. Je besser ein Produkt rankt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit eines Verkaufs.

Wenn ihr mit dem Verkauf auf Amazon beginnt, habt ihr erstmal keine überzeugende Historie an Verkäufen. Deshalb ist es unerlässlich, dass ihr zumindest eure Keywords und Produktlisings optimiert.

4.2 Keyword-Research und Listing-Optimierung

Euer Produktlisting wird nur dann in den Suchergebnissen angezeigt, wenn die Keywords exakt zu dem Suchbegriff passen. Daher ist es wichtig, dass ihr alle relevanten Keywords in euer Listing aufnehmt, nach denen Nutzer im Bezug auf euer Produkt suchen könnten. Zudem erzielen optimierte Listings höhere CTR (Click Through Rates) und Konvertierungsraten – zwei Größen, die euer Ranking positiv beeinflussen. 

Diese Keywords jedoch zu finden, ist schwierig. So startet ihr euren Keyword-Research: 

  • Sehr euch die Vorschläge zur Suchvervollständigung an, die Amazon dem Nutzer gibt. Fangt mit dem Namen eures Produktes an und gebt diesen in die Suchleiste ein. Welche Vorschläge macht Amazon zur Vervollständigung? 
  • Schaut bei der Konkurrenz vorbei und identifiziert die Keywords, die diese nutzt. 

Obwohl das ein guter Anfang ist, handelt es sich doch um sehr rudimentären Research, der noch dazu viel Zeit in Anspruch nehmen wird. An dieser Stelle kommt ein Keyword-Recherche-Tool ins Spiel. Es gibt sogar kostenlose Versionen, aber wenn ihr es wirklich ernst meint der Listing-Optimierung und hoch ranken wollt, solltet ihr eine bezahlte Version in Betracht ziehen. 

4.3 Produktbilder 

Neben geschriebenen Inhalten spielen visuelle Eindrücke eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Klicks und Konvertierungen. Ein Produktlisting mit hochwertigen Bildern wird häufiger angeklickt und gekauft – und das verbessert das Ranking.

Wenn ihr gerade erst loslegt und die Kosten gering halten möchtet, könnt ihr die Produktbilder selbst aufnehmen. Diese sollten das Produkt gut widerspiegeln und natürlich optisch ansprechend sein. 

Für einen professionellen Look bietet sich ein erfahrener Fotograf an, der die Bilder für euch aufnimmt und bearbeitet. Wenn wir davon ausgehen, dass ihr die acht erlaubten Bilder zum Listing hinzufügen wollt, rechnet mit 200-400€ für die professionellen Aufnahmen. 

4.4 Werbeaktionen und PPC-Kampagnen

Amazon Marketing ist ein effektiver Weg, um die Umsätze für ein neues Produkt zu steigern und damit die Sichtbarkeit zu erhöhen. Eine der größten Hürden für den Verkauf über Amazon ist das gesättigte Marktumfeld. Es gibt Tausende von Produkten auf dem Marktplatz, also zieht ihr die Kunden gerade auf eure Angebote und bewegt sie zum Kauf?

Rabatte zur Förderung erster Verkäufe

Die ersten paar Verkäufe sind die schwersten. Discounts können da helfen, die Kunden dazu zu animieren, eurem Produkt eine Chance zu geben. Allerdings müsst ihr euch natürlich an die Nutzungsbedingungen von Amazon halten. Im Seller Central Account findet ihr unter “Promotions” mehr Details dazu. 

Was das kostet hängt letztendlich davon ab, wie hoch die Discounts sind, die ihr geben wollt. Dabei hilft ein Blick auf eure Profitabilitätsrechnungen um abzuschätzen, wieviel Puffer ihr habt (ohne unter die Gewinnschwelle zu fallen). 

Das Early Reviewer Program

Rezensionen sind ein riesen Faktor in den Kaufentscheidungen zukünftiger Kunden. Wenn ein Produkt gute Bewertungen hat, sind Nutzer natürlich viel eher bereit, den Kauf zu riskieren. 

In der Vergangenheit haben Seller neue Produkte teilweise kostenlos oder stark reduziert angeboten, im Tausch gegen Rezensionen. Amazon wirkt dieser Praxis aber heute entgegen und sanktioniert gefälschte und incentivierte Bewertungen, um den Rezensions-Prozess transparent und fair zu gestalten. 

Mit dem Early Reviewer Programm (nur in den USA) versucht Amazon, die Hürde für die ersten Rezensionen zu senken. Produkte, die mindestens $15 kosten, können am Programm teilnehmen. Pro SKU berechnet Amazon $60 für Follow-Up-Emails an den Kunden, die ihm Amazon-Gutscheine von $1-3 im Gegenzug für eine Rezension anbieten.

Pay Per Click (PPC) Werbeanzeigen

PPC-Kampagnen können dabei helfen, die ersten paar Verkäufe zu erzielen. Ihr habt ein paar Optionen für Werbeanzeigen, aber die Grundidee ist immer gleich: euer Produkt erscheint in den Suchergebnissen eines Nutzers, weil ihr auf diese Platzierung geboten habt. Die Kosten für die Anzeige werden aus der Anzahl an Klicks berechnet und ihr legt fest, was ihr maximal pro Tag ausgeben wollt. Zum Ausprobieren ist eine Grenze von 10€ empfehlenswert. 

PPC-Kampagnen sind keine Pflicht, können aber gerade am Anfang hilfreich sein.  

4.5 Versandkosten

Wie haben bereits einiges abgedeckt: von der Gründung eures Unternehmens über die Suche nach dem richtigen Produkt, die Beschaffung dieses Produkts, den Aufbau einer Marke, die Optimierung eures Angebots bis hin zur Zahlung der Gebühren an Amazon. Es gibt nur noch einen weiteren Kostenblock: den Versand.

Den Versand könnt ihr auf zwei Arten abwickeln: 

  1. Ihr macht es selbst (FBM)
  2. Ihr gebt die Aufgabe an Amazon ab (FBA)

Die Kosten für den Versand durch Amazon werden oben im Abschnitt „Amazon-Gebühren“ erläutert.

Ihr macht es selbst (FBM)

Wenn ihr den Versand selbst übernehmen wollt, müsst ihr dies nach den Regeln von Amazon tun. Diese sind abhängig von den Produktkategorien.

Nicht-Medienprodukte

Ihr könnt zwischen zwei verschiedenen Preismodellen wählen:

  • Gewichtsabhängige Versandkosten: setzt den Preis nach Kilo oder Stückzahl fest.
  • Preisabhängige Versandkosten: setzt den Preis nach Preisstufen fest (z.B. 0€-20€, 20.01€-50€)

Sobald ihr euch für ein Versandmodell entschieden habt, könnt ihr die Versandkosten für verschiedene Regionen anpassen. Die Pauschalgebühr für den Standardversand innerhalb Deutschlands beträgt 5€ und 0,35€ pro Kilogramm. Wenn ihr einen Professionellen Seller Account habt, könnt ihr diese Einstellungen im Seller Central-Interface ändern. Wir empfehlen dies, da eure tatsächlichen Versandkosten wahrscheinlich höher sind als die Standardeinstellungen.

Medienprodukte

In der Vergangenheit wurden die Versandkosten für BMVD-Artikel (Bücher, Musik, Videos, DVDs) von Amazon festgelegt und konnten nicht geändert werden. Jetzt können Seller mit einem Professionell Account auf neue Versandeinstellungen migrieren und individuell festgelegte Versandtarife aktivieren.

Unabhängig davon, ob ihr Medien- oder Nicht-Medienprodukte verkauft, gilt es, die tatsächlichen Versandkosten in verschiedene Länder zu kennen und entsprechend bei Amazon Seller Central zu hinterlegen. Amazon berechnet dann automatisch euren festgelegten Betrag und rechnet ihn bei der Bestellung eines Kunden drauf.

4.6 Preis und Rentabilität

Nachdem ihr all diese verschiedenen Aspekte eures Amazon-Businesses verstanden habt, könnt ihr den angemessenen Preis für euer Produkt berechnen. Da bei diesem Schritt keine direkten finanziellen Kosten anfallen, solltet ihr etwas Zeit in die Wettbewerbs- und Preisanalyse investieren.

Den richtigen Preis zu finden ist nicht nur wichtig, um den maximalen Umsatz zu erzielen, sondern auch um sicherzustellen, dass euer Unternehmen profitabel agieren kann.

Gewinnmargen

Verschiedene Kategorien sind mit unterschiedlichen Margen assoziiert. Die Gewinnmargen sind ebenfalls stark von der Wettbewerbsfähigkeit der Nischen abhängig. Beispielsweise wird oft davon ausgegangen, dass Heimtierprodukte eine hohe Marge haben, während elektronische Geräte als Produkte mit niedriger Marge gelten.

Die Ergebnisse der eingangs beschriebenen Produktforschung sollten ein anschauliches Bild der Wettbewerbslandschaft vermitteln und Preis- und Umsatzzahlen der Wettbewerber ergeben haben. Wie bereits erwähnt könnt ihr mit Hilfe eines Produktforschungs- und Nischenanalysetools besonders gut errechnen, ob ihr auf der profitablen Seite seid. 

Und wenn ihr genau ausgerechnet habt, mit welcher Preisstruktur ihr profitabel seid, könnt ihr mit dem eigentlichen Verkaufen beginnen! 

Zusammenfassung und Beispielszenarien: Wie viel kostet es, bei Amazon zu verkaufen?

Wie bereits zu Beginn erwähnt, gibt es zwei Arten von Kosten, die mit dem Verkauf über Amazon verbunden sind: finanzielle Kosten und Zeitaufwand.

 Finanzielle Kosten Zeitaufwand
Das Wesentliche
  • Seller Account
  • Prozentuale Verkaufsgebühren
  • Produktionskosten
  • Inventar
  • UPC-Code
  • Versandkosten(direkt zum Kunden oder zu Amazon)
  • Verpackungen oder FBA-Gebühren
Produktrecherche
  • Bei Amazon anmelden
  • Das Backend aufsetzen(Produktion)
  • Rentabilitätsberechnungen
  • Markenentwicklung
  • Auftragsabwicklung
  • Keyword-Research und Listing-Optimierung
  • Marketingaktivitäten
Außerdem wichtig
  • Muster
  • Produktrecherche- & Keyword-Tool
  • TGeschützte Marke
  • Marketing-Budget für PPC-Kampagnen
 
Nicht unbedingt notwendig
  • Professionelles Design des Brandings
  • Professionelle Fotoaufnahmen
 

3 Budget-Szenarien für Amazon-Seller

Es gibt nicht die eine richtige Kostenkalkulation für den Verkauf auf Amazon. Aber jetzt, da ihr eine bessere Vorstellung über die einzelnen Komponenten habt, können wir einige Beispiele durchgehen. In der obigen Gleichung haben wir bereits alles, was ihr braucht, als “das Wesentliche” und “außerdem wichtig” markiert. Auf dieser Grundlage haben wir drei Amazon Seller Personas entwickelt, für die wir die Kosten berechnen können.

Während davon ausgegangen wird, dass jeder Verkäufertyp das gleiche Produkt (nehmen wir ein Küchenprodukt für 5€) zum gleichen Preis verkauft, hat jeder von ihnen eine andere Einstellung zum Geldausgeben. 

Economy Business First Class
Dieser Seller will in erster Linie Kosten sparen. Auch wenn das bedeutet, dass die manuelle Recherche Tage oder Wochen in Anspruch nehmen kann und den Verkaufsstart somit nach hinten verschiebt. Dieser Seller-Typ trifft Kompromissentscheidungen. Wenn er durch die Zahlung einer vertretbaren Gebühr viel Zeit sparen kann, wird er sich dafür entscheiden, die Aufgabe schneller mit einem Service oder Tool zu erledigen. Dieser Seller hat sich viel Startkapital zur Seite geschafft und gibt es gerne aus, wenn es darum geht, in kürzester Zeit ein professionelles Unternehmen zu gründen.

Bevor wir uns den Berechnungen zuwenden, eine weitere Anmerkung. Die folgenden Zahlen sind nur als Beispiele zu verstehen und werden für den ersten Monat berechnet. Ein Teil der Geld- und Zeitkosten wird geschätzt und ist je nach eurem Standort, dem Produkt, und eurem Geschäftssinn sehr variabel. Hinzu kommen laufende Betriebskosten, die sich im Laufe des Geschäftsjahres ändern können.

Tauscht also in den folgenden Beispielen die Zahlen aus und berechnet die Kosten für eure spezifische Situation.

  Economy Business First Class
Beschreibung Geld Zeit Beschreibung Geld Zeit Beschreibung Geld Zeit
Produktrecherche Manuell 0€ 2 Tage Tool 50€/ Monat 2 Stunden Tool 50€/ Monat 2 Stunden
Einen Zulieferer finden 2 Stunden Research auf Alibaba
Muster Keine 0€ 3 verschiedene Muster 300€ 5 Tage 5 verschiedene Muster 500€ 5 Tage
Inventar 200 Stück für 5€ Stückpreis = 1000€
Amazo-Konto* Professionell 40€ 2 Stunden Professionell 40€ 2 Stunden Professionell 40€ 2 Stunden
UPC-Barcodes 10 Barcodes von einer fragwürdigen Webseite 15€ 30 Minuten 10 Barcodes von GS1 250€ 1 Stunde 10 Barcodes von GS1 250€ 1 Stunde
FNSKU-Label anbringen Manuell 0€ 3 Stunden Manuell 0€ 3 Stunden Amazon 100€
Markenzeichen Keins 0€ Noch nicht, aber später 0€ Eingetragene Marke 300€ 2 Stunden
Markenbildung Manuell 0€ 8 Stunden Designer von einer Online-Plattform 200€ 1 Stunde Professioneller Designer 400€ 1 Stunde
Amazon-Gebühren 200 Stück bei 1,50€ Prozentualer Verkaufsgebühr = 300€
Keywordrecherche Manuell 0€ 8 Stunden Tool (same as Product Research) 0€ 1 Stunde Tool (same as Product Research) 0€ 1 Stunde
Listing-Optimierung Manuell 0€ 4 Stunden Tool (das gleiche wie zur Produktrecherche) 0€ 2 Stunden Tool (das gleiche wie zur Produktrecherche) 0€ 2 Stunden
Produktaufnahmen Manuell 0€ 8 Stunden Professionell (niedriger Preis) 200€ Professionell (höherer Preis) 400€
Amazon Early Review Program (nur USA) Nein 0€ Nein 0€ Ja 60€
Budget für PPC-Kampagnen Nein 0€ 10€ / Tag für einen Monat 300€ 15€ / Tag für einen Monat 450€
PPC-Management Nein 0€ Tool (das gleiche wie zur Produktrecherche) 0€ 4 Stunden Tool (das gleiche wie zur Produktrecherche) 0€ 4 Stunden
Versandkosten für 100 verkaufte Produkte FBM Verpackung 50€ 2 Stunden FBA (Standard bei 2,32€ pro Stück) 232€ FBA (Standard bei 2,32€ pro Stück) 232€
  FBM Versandkosten (1,50€)** 150€ 2 Stunden Versand von Artikeln an Amazon (geschätzt) 100€ 2 Stunden Versand von Artikeln an Amazon (geschätzt) 100€ 2 Stunden
        FBA-Lagerung*** 16€ FBA-Lagerung*** 16€
GESAMT Economy 1.555€ 7 Arbeitstage Business 2.988€ 2,5 Arbeitstage**** First Class 4.198€ 2 Arbeitstage****

*Wir haben von 39€ auf 40€ aufgerundet. Und da ihr euer Amazon-Business ernst nehmt, gehen wir davon aus, dass ihr euch für das Professionelle Seller-Konto entscheidet, das euch viele Vorteile und Erweiterungsmöglichkeiten bietet.

**Im Allgemeinen holt Amazon sich die Versandkosten direkt vom Kunden und erstattet den Betrag auf euer Seller-Konto zurück. Dies ist jedoch oft ein Durchschnitt und spiegelt nicht immer die tatsächlichen Kosten des Transports wider. Wir haben geschätzt, dass die von Amazon berechneten Versandkosten im Durchschnitt 1,50€ unter den tatsächlichen Versandkosten liegen werden – nur um auf der sicheren Seite zu sein.

*** Die Rechnung basiert auf der Annahme, dass das Produkt ca. einen Kubikmeter einnimmt und zwischen Januar-September gelagert wird. Wir haben von 15,60€ aufgerundet

****Dies beinhaltet nicht die 5 Tage Wartezeit auf die Muster, da ihr diese anderweitig produktiv nutzen könnt.

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