China Importe: Probleme und Fallen erkennen und vermeiden - Gastbeitrag - Sellics

China Importe: Probleme und Fallen erkennen und vermeiden – Gastbeitrag

China Importe: Probleme und Fallen erkennen und vermeiden – Gastbeitrag
By Konstantin Pannicke in Produkt Recherche Gastbeitrag Last updated on

Gastbeitrag von KW Logistics: Auf unserem Blog veröffentlichen wir regelmäßig interessante Beiträge von Gastautoren mit Expertise im Bereich Amazon und damit zusammenhängenden Themenbereichen. Dieser Beitrag stammt von KW-Logistics, ein Geschäftsbereich des Berliner E-Commerce-Unternehmens KW-Commerce. KW Logistics bietet Logistikservices im Rahmen des Versands aus China an.

Der Warenimport aus China ist für Amazon Seller aufgrund der günstigen Einkaufspreise sehr attraktiv. Er kann aber auch einige Risiken und böse Überraschungen bieten, die die Importkosten sehr schnell explodieren lassen können. Das passende Hintergrundwissen kann Sellern jedoch dabei helfen, potentielle Fallstricke zu erkennen und im Vorfeld zu umgehen.

In diesem Beitrag erklären wir, welche Gefahren und Probleme im Importprozess aus China auftreten können und welche Lösungsansätze es gibt, um diese zu vermeiden und die Importkosten möglichst niedrig zu halten.

Der Versand aus China – Auswahl des Transportwegs und Aufteilung der Versandorganisation

Grundsätzlich unterscheidet sich der Versandprozess eines Produkts vom Werk in China bis zum Empfänger nicht wesentlich von anderen Ländern. Lieferant und Empfänger einigen sich neben den Modalitäten beim Kauf auch auf die geeignete Versandabwicklung. Für den Versand existieren vier verschiedene Transportwege:

Transportwege bei China Warenimporten

Die vier beschriebenen Transportwege unterscheiden sich in erster Linie hinsichtlich Durchlaufgeschwindigkeit und Preis. Ein Expressversand ist der schnellste und einfachste, aber auch gleichzeitig der teuerste Weg die Ware zum Empfänger zu bekommen. In der Regel beträgt die Laufzeit zwischen drei und fünf Tagen. Dagegen wirken die 5-6 Wochen Laufzeit bei einem Seefrachtversand langsam, was sich aber wiederum bei bis zu 80% geringeren Versandkosten bezahlt macht.

Neben dem Transportweg müssen sich Lieferant und Empfänger darauf einigen, wer den Transport organisieren soll. Viele Lieferanten übernehmen gern auch diese Aufgabe. Allerdings kann der Empfänger diese Kosten so nur schwer kontrollieren und setzt sich der Gefahr aus, durch den Lieferanten im schlimmsten Fall betrogen zu werden, insbesondere dann, wenn der Empfänger die Transportkosten übernehmen soll. Der Empfänger kann den Transport auch selbst organisieren und möglichweise Kosten sparen, muss sich dann jedoch mit diversen Transportabläufen beschäftigen, was viel Zeit in Anspruch nehmen kann (z.B. Zollabwicklung bei Ein- und Ausfuhr, Booking etc.).

Unabhängig von der Frage wer den Transport organisiert, können im Importprozess eine Vielzahl von Problemen und Fallen auftreten, die den Versand verzögern und/oder verteuern können. Die größten Fallen werden im Folgenden beschrieben.

Hinweis: Es ist zu betonen, dass die nachfolgenden Beschreibungen nicht auf jeden Lieferanten, Transportdienstleister oder Geschäftspartner in China zutreffen. Die möglichen Risiken sollte man natürlich dennoch im Auge behalten.

Die größten Probleme und Fallen: So erkennen und vermeiden Sie sie

1) Abzocke durch den Lieferanten, Teil 1: der Einsatz von Versandagenten in China

Eine Ausfuhr aus China ist nur dann möglich, wenn der Versender über eine Export Licence verfügt. Ohne diese Export Licence können keine Ausfuhrbegleitdokumente erstellt werden, die für die Exportverzollung zwingend erforderlich sind. Mit Hilfe eines Agenten, der über eine Licence verfügt, ist es für den Lieferanten allerdings möglich, die erforderlichen Ausfuhrbegleitdokumente zu erstellen und die Exportverzollung vorzunehmen. Viele Lieferanten, insbesondere die kleineren, besitzen keine Licence und wenden sich daher an einen Agenten.

Neben der Erstellung der Ausfuhrbegleitdokumente bieten Agenten zusätzlich den Versand der Waren an den Empfänger an. In der Regel sind Lieferant und Agent eng miteinander vertraut, wodurch Lieferanten gewillt sind, den Versand über einen Agenten zu organisieren. Das Problem: Die Seriosität dieser Partner-Agenten eines Lieferanten kann selten vom Empfänger im Vorfeld eingeschätzt werden. So kann es vorkommen, dass ein unseriöser Agent höhere Versandpreise veranschlagen kann und die Einkünfte anschließend mit dem Lieferanten teilt. Ein Empfänger, der sich allein auf den Lieferanten verlässt und ihm den Versand überlässt, muss damit rechnen, höhere Kosten im Gegensatz zum selbstorganisierten Versand zu zahlen. Dies kann im ungünstigsten Fall dazu führen, dass die Bezugskosten wesentlich höher sind als der durch den Verkauf der Waren erzielte Umsatz – ein Verlustgeschäft.

Ein Beispiel aus der Praxis: Der Empfänger möchte Waren vom Lieferanten kaufen. Dieser bietet dem Empfänger an, die Waren auf eigene Kosten zum Zielhafen zu verschicken. Der Empfänger müsste demzufolge nur noch den Nachlauf vom Zielhafen an sein eigenes Lager organisieren. Leider verschweigt der Lieferant, dass er nicht selbst den Versand organisiert, sondern einen Agenten beauftragt, der den Versand selbst organisiert und daran mitverdient. Die Kosten für den Versand werden auf den Einkaufspreis geschlagen. Darüber hinaus werden in einem solchen Fall sämtliche Gebühren, die zwischen dem Einlaufen des Schiffs im Zielhafen und der Übergabe an den Nachlaufspediteur anfallen (z.B. Kaigebühren, Entladen, etc.), ohne die Chance einer vorherigen schriftlichen Vereinbarung (Angebot) und ohne Kostenbegrenzung an den Empfänger weiterbelastet. In vielen Fällen arbeiten die Hafengesellschaften mit dem chinesischen Agenten zusammen und können hier ungefährdet dem Empfänger bis zu mehr als 1.000 EUR Hafengebühren berechnen.

Eine solche Kostenfalle lässt sich am ehesten durch den Versand aus einer Hand vermeiden. Ein Spediteur, dessen Verantwortung vom Versand der Ware aus dem Werk des Lieferanten bis zur Zustellung beim Empfänger reicht, ist durch sein vorher unterbreitetes Angebot an dessen Preis gebunden. Im oben beschriebenen Beispiel wüsste man im Vorfeld über die möglichen Hafengebühren Bescheid und kann diese Kosten kontrollieren. Sofern ein Komplettversand nicht möglich ist, wird dringend empfohlen sich vom Spediteur des Vertrauens über den Versandablauf beraten zu lassen, um potentielle Gefahren frühzeitig zu erkennen.

2) Abzocke durch den Lieferanten, Teil 2: Rückerstattung der chinesischen Umsatzsteuer

Lieferanten mit einer gültigen Export Licence benötigen zwar keinen Agenten für die Ausfuhr ihrer Waren aus China, dennoch ist es ratsam auch hier genau aufzupassen. Exportierende Unternehmen in China fallen unter das chinesische System der Exportförderung durch Umsatzsteuer-Rückerstattungen. Der Lieferant erhält demzufolge bei einer eigenen Ausfuhr die Umsatzsteuer seiner Ware vom Staat zurück. Aus diesem Grund verkaufen einige Lieferanten ihre Waren an ausländische Kunden ohne Umsatzsteuer, die Kunden wiederum können so einen günstigeren Einkaufspreis erzielen. Auf der anderen Seite rechnen manche Lieferanten die Umsatzsteuer zum ursprünglichen Preis hinzu (zwischen 5 und 17 %) und stellen dies als erforderliche Umsatzsteuerabgabe dar, wohl wissend, dass diese anschließend vom Staat ebenfalls erstattet wird. Somit kassiert der Lieferant zulasten des Empfängers doppelt ab.

Sofern im Kaufvertrag mit dem Lieferanten ein Preis inkl. Umsatzsteuer ausgewiesen wird, ist zu empfehlen dies noch einmal mit diesem zu besprechen. Verfügt der Lieferant über eine Export Licence, ist ein Steueraufschlag im Einkaufspreis nicht erforderlich. Nähere Infos können auch bei der chinesischen Außenhandelskammer eingeholt werden.

3) Unterschiede zwischen SOLL und IST hinsichtlich der Qualität der Ware

Die Qualität der Ware kann abhängig vom Lieferanten erheblich schwanken, u.a. aufgrund von unterschiedlichen Standards in der Produktion. Das Problem für den Empfänger sind die kaum vorhandenen Möglichkeiten die fertig produzierte Ware zu prüfen, bevor diese an ihn versendet wird. Viele Lieferanten bieten keine eigene Qualitätsprüfung an. Daher kann sich der Empfänger von der Beschaffenheit der Ware meist erst dann ein Bild machen, wenn diese bei ihm eintrifft. Bei einem Seefrachtversand kann dies bis zu zwei Monate nach Fertigstellung der Ware dauern. Sollte im ungünstigsten Fall das Produkt von seiner im Vorfeld vereinbarten Qualität abweichen und eine Rücksendung erforderlich sein, kann es zwei weitere Monate dauern, bis die gewünschte Ware endlich zugestellt wird. Das bedeutet, dass der Empfänger mit dem Produkt vier Monate lang keine Umsätze generieren kann oder ggf. auf schnellere und teurere Transportwege (z.B. Luftfracht) umsteigen muss. Dieser Umstand bringt Umsatzeinbußen mit sich.

Hierbei handelt es sich um kein speziell chinesisches Problem. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Bezugsländern können fehlerhafte Produkte aus China aufgrund der Entfernung zu einem langen Bearbeitungsprozess führen, bis das bestellte Produkt den gewünschten Zustand aufweist. Insbesondere bei neuen oder unbekannten Lieferanten ist das Risiko erhöht. Qualitätsprobleme können im Vorfeld durch z.B. einen Werksbesuch, vorab versendete Testprodukte (Samples) oder – sofern möglich – eine abschließende Qualitätskontrolle nach der Produktion (z.B. durch den Lieferanten selbst oder durch einen Dritten) vermieden werden.

4) Hohe Versandkosten für kleine Versandmengen

Auch dieses Problem trifft nicht allein auf China, sondern auf jeden Versand zu. Unabhängig vom Transportweg – ob Express, klassische Luftfracht, Schienenfracht oder Seefracht – sind die Transportkosten pro Einheit bzw. pro Kilogramm günstiger, je größer die Sendung ist. In der Regel bezieht der Amazon Seller jedoch nicht all seine Waren von einem oder wenigen Lieferanten, sondern von einer Vielzahl größerer und kleinerer Lieferanten. Dies gilt aber auch oder vielleicht sogar besonders für das chinesische Sourcing. Das bedeutet in der Konsequenz, dass eher viele kleine anstatt wenige größere Sendungen zum Empfänger gehen, was sich wiederum in höheren Bezugskosten und somit auch in einer geringeren Marge niederschlägt. Wenn diese kleinen Sendungen über einen Zeitraum an einem bestimmten Ort zwischengelagert und gesammelt werden können (z.B. bei einem vertrauensvollen Lieferanten oder Dritten), kann eine größere Sendung zu geringeren Bezugskosten pro Kilo angemeldet werden.

5) Direktversand vom Lieferanten an Amazon-Versandzentrum

Die berechtigte Frage, die sich Amazon Seller stellen ist, warum die Ware nicht einfach direkt an Amazon geschickt werden sollte. Anstatt des Umweges über das eigene Lager, könnte die Sendung gleich an ein Amazon-Versandzentrum für den FBA-Versand (Fulfillment by Amazon) gesendet werden. Dies würde einen Transportweg und damit Zeit und Geld sparen. Auf den ersten Blick klingt diese Vorstellung logisch und sinnvoll.

Langfristig könnte dies dem Seller zum Verhängnis werden. Wie aus geleakten Dokumenten, die Bloomberg vorliegen, hervorgeht, plant Amazon derzeit die komplette Lieferkette von der Fabrik in China bis hin zur Zustellung beim Kunden umzustrukturieren. Im Rahmen des Amazon-Projekts „Dragon Boat“ sollen u.a. Logistikdienstleistungen wie z.B. Lagerung, Verpackung und Versand angeboten werden, mit denen Amazon in Konkurrenz zu großen Carriern wie UPS und FedEx treten kann. Zudem soll dem Seller der Direktversand vom chinesischen Lieferanten zum Amazon-Versandzentrum erleichtert werden. Eine dieser Konsequenzen ist, dass dadurch Amazon der Zugang zu den Lieferantendaten ermöglicht wird. Somit könnte Amazon Kontakt zu den Lieferanten aufnehmen und deren Produkte exklusiv auf der eigenen Plattform vertreiben. Dadurch würde Amazon eine höhere Marge beim verkauften Produkt erhalten. Der deutsche Amazon Seller, der vorher die Waren selbst angeboten hat, würde somit aus dem Verkauf bei Amazon gedrängt. Aus diesem Grund besteht unter vielen Amazon-Anbietern ein Unbehagen, die Lieferantendaten indirekt an Amazon zu übermitteln, indem die Produkte direkt vom Lieferanten an Amazon gesendet werden.

Wenn der Absender der Sendung im Seller Central nicht auf den chinesischen Lieferanten hinweist und auch ansonsten keine Brands des Lieferanten am Produkt zu erkennen sind, wird es für Amazon schwierig, an Informationen über den Lieferanten zu gelangen. Dies lässt sich recht einfach realisieren, indem die Waren vom eigenen Warehouse in Deutschland an Amazon verschickt werden. Dies allerdings bedeutet im Umkehrschluss, dass der Amazon Seller zwei Sendungen finanzieren muss: die vom Lieferanten ans eigene Warehouse sowie die Sendung vom eigenen Warehouse zu Amazon. Dies bedeutet somit höhere Versandkosten und eine geringere Marge für den Amazon Seller. Alternativ dazu könnte auch ein direkter Versand von einer Zwischenstation in China aus erfolgen, die nichts mit dem Lieferanten zu tun hat.

Umschiffen der Gefahren mit Hilfe eines Partners: das Konzept von KW-Logistics

Um die zuvor beschriebenen Probleme zu erkennen und zu umgehen, werden fundierte Kenntnisse der Abläufe im chinesischen und internationalen Versand benötigt. Die Zeit, sich mit chinesischen Gepflogenheiten und der Versandthematik vertraut zu machen, haben viele Seller jedoch nicht. Genau hier setzt das Konzept von KW-Logistics an:

KW Logistics Logo

KW-Logistics ist ein Geschäftsbereich des Berliner E-Commerce-Unternehmens KW-Commerce und bietet sämtliche Logistikservices im Rahmen des Versands aus China an. Ist die Ware vom Lieferanten im chinesischen Warehouse von KW-Logistics angekommen, müssen Sie sich um die Logistik keine Gedanken mehr machen. Ab hier übernimmt KW-Commerce als Partner den gesamten Versandservice. Dies umfasst u.a. folgende Leistungen:

  • Vorbereitung Ihrer Ware: Mengen- und Qualitätsprüfungen, besondere Prep-Services für die sofortige Bearbeitung bei Amazon (z.B. Labeling, Repacking), etc.
  • Sendungskonsolidierung: Sparen Sie Versandkosten, indem Ihre Sendung mit denen anderer Partner kombiniert wird. Eine große Sendung ist günstiger als viele kleine. Selbstverständlich sind auch Direktsendungen möglich. Mit KW-Logistics können Sie Ihre Logistikkosten um bis zu 75 % reduzieren.
  • Aufteilung Ihrer Sendung: Benötigen Sie einen Teil Ihrer Ware sofort? Für Sie wird Ihre Sendung über mehrere unterschiedliche Transportwege versendet. Somit sparen Sie optimal und behalten gleichzeitig Ihren Mindestbestand bei, bis der Rest Ihrer Ware eingetroffen ist.
  • Zolldeklaration und -betreuung: Sowohl im Export als auch im Import. Lästige Diskussionen mit dem Zoll gehören der Vergangenheit an.
  • Versand Ihrer Ware wohin Sie wünschen: Von China aus kann Ihre Ware an Ihr Lager nach Deutschland, im Ausland oder sogar direkt an ein Amazon-Versandzentrum geschickt werden. Die Lieferantendaten werden dabei nicht an Amazon herausgegeben.
  • Umfassende und individuelle Beratung und Betreuung: Wir sind für all Ihre Wünsche offen. Egal ob in deutscher, englischer oder chinesischer Sprache.
  • Versand von Samples durch Sendungskonsolidierung: Günstiger als je zuvor.

Ihr erfolgreiches Shipment in nur vier Schritten:

Erfolgreiches Shipment in 4 Schritten

Weitere Informationen können Sie auf der Homepage von KW-Logistics finden.

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