Analyse: Der Einfluss vom Preis auf das Ranking – Muss ich das günstigste Produkt haben um oben zu stehen?

Analyse: Der Einfluss vom Preis auf das Ranking – Muss ich das günstigste Produkt haben um oben zu stehen?
Von Konstantin Pannicke in Amazon SEO & Ranking. Zuletzt aktualisiert am

Amazon – das Schnäppchenparadies?

Es ist eine weit verbreitete Meinung, dass Amazon besonders günstige Preise bietet. Amazon selbst positioniert sich seit langem als Preisführer. Dass dieser Mythos nicht immer der Wahrheit entspricht, haben wir bereits in einem früheren Beitrag berichtet: Oftmals sind es nur die populärsten Produkte, die von Amazon besonders günstig angeboten werden, um das Image des Schnäppchenparadieses zu erzeugen. Das bindet Kunden und animiert dazu, immer wieder bei Amazon einzukaufen. Weniger populäre Produkte sind im Vergleich dagegen weniger günstig. Werden diese Produkte von wiederkehrenden Kunden gekauft, erwirtschaftet Amazon damit wesentlich höhere Margen.

Niedriger Preis = Top Ranking?

Obwohl der Mythos vom Schnäppchenparadies also nicht ganz wahr ist haben viele Händler dennoch den Eindruck, dass Sie nur mit besonders niedrigen Preisen auf Amazon erfolgreich ein können. Doch stimmt das? Platziert Amazons Rankingalgorithmus günstigere Produkte weiter oben in den Suchergebnissen, um dem Kunden genau das zu zeigen, was er von Amazon erwartet – günstige Preise? Verkaufen sich günstigere Produkte generell besser auf Amazon und sind deshalb auch besser im Suchergebnis platziert?

Kann man also durch Preissenkungen das Ranking seiner Produkte verbessern? Muss man – anders formuliert – besonders günstig sein, um auch gut zu ranken?

Zu den Fakten – Untersuchung der Preise bei 10.000 Keywords

Um diesem Sachverhalt auf den Grund zu gehen, haben wir eine statistische Analyse mit 10.000 Keywords durchgeführt. Analysiert wurde dabei die Preisstruktur über die ersten 10 Seiten der Suchergebnisse.

Für jedes Keyword wurden die gefundenen Produkte nach der Höhe des Preises in Preisklassen (Quantile) unterteilt. Für jedes Keyword wurden so 10 Preisklassen von den günstigsten 10 % bis zu den teuersten 10% der Produkte ermittelt. Wie sich die einzelnen Preisklassen für alle Keywords über die Seiten 1 bis 10 verteilten haben wir in der folgenden Grafik verdeutlicht.

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Ein Beispiel zum Lesen der Grafik:

In Zeile 1 finden sich die günstigsten 10% der Produkte. 8% der Produkte in dieser Preisklasse befanden sich auf der 1. Seite, während sich 10% auf der 10. Seite befanden.

Das Ergebnis – Der Preis hat keinen systematischen Einfluss auf das Ranking

Wenn ein Zusammenhang zwischen günstigem Preis und gutem Ranking vorhanden wäre, dann müssten sich die günstigeren Produkte eher auf den vorderen Seiten befinden, während sich die teureren Produkte eher auf den hinteren Seiten befinden sollten.

Dies bedeutet, dass der Anteil der günstigeren Produktklassen von Seite 1 bis Seite 10 abnehmen sollte, während der Anteil der teureren Produktklassen zunehmen sollte. Anhand unserer Grafik lässt sich jedoch beobachten, dass das nicht der Fall ist. Günstige und teure Produkte sind annähernd gleich über die Seiten 1 bis 10 verteilt.

Das Ergebnis unserer Analyse ist deshalb klar: Es gibt keinen systematischen Zusammenhang zwischen Preis und Position im Suchergebnis. Auf jeder Seite der Suchergebnisse finden sich sowohl günstige als auch teure Produkte, ohne dass sich diese Zusammensetzung von Seite 1 bis 10 stark unterscheiden würde. Lediglich für die teuersten 10% der Produkte lässt sich beobachten, dass diese auf den vorderen Seiten weniger häufig zu finden sind.

Wie lässt sich dieses Ergebnis erklären? Kundenvielfalt und Preiswahrnehmung

Das Ergebnis, dass auf jeder Produktseite eine Vielfalt verschiedener Produkte und Preise zu finden ist, lässt sich aufgrund von 2 Gründen im Grunde plausibel nachvollziehen: Kundenvielfalt und Preiswahrnehmung.

Der erste Aspekt ist, dass bei Amazon eine Vielzahl von Kunden mit unterschiedlichen Präferenzen einkaufen. Manche Kunden suchen nach Schnäppchen während andere nach Premium Produkten suchen und diese bei Amazon erwerben. Da Amazon alle diese Kunden bedienen möchte, ist es plausibel, dass im Suchergebnis auch eine Vielfalt von Preisen zu finden ist. In der folgenden Grafik lässt sich dies einfach anhand des Suchergebnisses für „Pfannenwender“ nachvollziehen.

Der zweite Aspekt betrifft die Preiswahrnehmung. Kunden bilden Ihre Einschätzung eines Preises als hoch oder niedrig immer auch in Abhängigkeit von Vergleichspreisen, also anderen Produkten, die sie im Suchergebnis finden. Würde Amazon tatsächlich nur die billigsten Produkte auf den vorderen Seiten anzeigen, würden diese somit auch als weniger günstig wahrgenommen. Durch das Anzeigen von teuren Produkten wird somit der Ankerpreis beim Kunden höher gesetzt und er ist eher geneigt ein mittelteures Produkt zu kaufen, da er relativ gesehen in seiner Wahrnehmung einen „guten Deal“ macht. Dieses Prinzip der relativen Preiswahrnehmung haben wir in der folgenden Grafik verdeutlicht.

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Was bedeutet das für die Amazon Optimierung? Welche anderen Möglichkeiten gibt es?

Für Verkäufer ist das eine tolle Nachricht: Es ist nicht notwendig, seine Produkte besonders günstig auf Amazon anzubieten, um gut zu ranken und erfolgreich zu verkaufen! Im Umkehrschluss bedeutet es, dass man mit einem niedrigen Preis nicht automatisch in die Top Platzierung der Suchergebnisse kommt und seinen Absatz steigern kann.

Obwohl das Setzen eines wettbewerbsfähigen Preises natürlich dennoch nicht vernachlässigt werden sollte, ist der Preis ist jedoch nicht die einzige Ansatzpunkt, der Händlern zur Verfügung steht, um ihren Umsatz auf Amazon zu steigern. Vielmehr gibt es eine Reihe von Ansatzpunkten, um das Ranking der eigenen Produkte effektiv zu verbessern und mehr zu verkaufen.

Wie in unserem umfangreichen Überblick zum Thema Amazon Marketing dargestellt, sind einige wichtige davon:

  • Keyword Optimierung
  • Content Optimierung (z.B. Produkttexte, Bilder)
  • Bewertungsmanagement
  • Werbekampagnen (z.B. Gesponserte Produkte)
  • Nutzung von externem Traffic

Marketplace Analytics unterstützt Sie bei allen diesen Maßnahmen und ermöglicht Ihnen, Ihre Umsätze auf Amazon deutlich zu steigern.

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